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Wir haben die Bitcoin-Prognosen der Wall Street für 2026 benotet. Die Ergebnisse sind unangenehm.
Im Januar veröffentlichten die größten Namen der Finanzwelt ihre Bitcoin-Ziele für 2026. Das Jahr ist nun zur Hälfte vorbei, und Bitcoin notiert bei rund 60.000 Dollar. Also haben wir getan, was niemand mit Prognosen tut. Wir sind zurückgegangen und haben nachgesehen.
Hier ist das Halbzeitzeugnis.
Citi: Basisszenario 143.000 Dollar. Die Realität liegt 58 % unter dem Ziel. Man muss es Citi zugutehalten: Im März senkte die Bank ihre Prognose auf 112.000 Dollar, was immer noch fast das Doppelte des heutigen Preises ist.
JPMorgan: fairer Wert 170.000 Dollar. Bitcoin müsste sich in sechs Monaten fast verdreifachen, um dorthin zu kommen.
Standard Chartered: 150.000 Dollar. Und das war schon die bescheidene Version, gesenkt von 300.000 vor Jahresbeginn.
Tom Lee: 250.000 Dollar bis Jahresende. Er milderte es auf 150.000–200.000 ab, noch bevor der Januar vorbei war. Der Markt ging weiter in die andere Richtung.
Die Leisen lagen richtig. Fidelity nannte 2026 ein „Jahr der Pause“, mit einem Bitcoin, der zwischen 65.000 und 75.000 Dollar konsolidiert. Sean Farrell von Fundstrat prognostizierte 60.000 bis 65.000 für das erste Halbjahr. Die tatsächliche Juni-Spanne reichte von 58.200 bis 74.000 Dollar. Fast punktgenau. Und hier kommt die Wendung: Farrell arbeitet in derselben Firma wie Tom Lee. Die lauteste und die genaueste Prognose kamen aus demselben Gebäude.
Der Optionsmarkt hielt sich in der Mitte. Im Januar rechnete er einem Bitcoin von 70.000 oder 130.000 Dollar zur Jahresmitte gleiche Chancen zu. Der untere Ast gewann.
Fairerweise gegenüber den Bullen: Ihre Ziele sind Prognosen für das Jahresende, das Spiel ist also nicht vorbei. Doch zur Halbzeit steht es zugunsten derer, die am wenigsten gesagt haben.
Das ist die eigentliche Lektion dieses Zeugnisses. Die selbstsichere, laute Zahl bekommt die Schlagzeilen, und die langweilige Spanne stellt sich still als richtig heraus. Niemand kann dir sagen, wo Bitcoin im Dezember steht, und sechs Monate benoteter Prognosen sind der Beweis.
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